metaphorische Verklammerung

Bereits 1960 hat Volker Klotz die metaphorische Verklammerung im Woyzeck-Fragment identifiziert. In so gut wie jeder Szene finden sich Elemente eines motivisch-metaphorischen Netzes. Dazu gehört die Farbe rot, der Gegensatz von heiß und kalt, die Abwärtsbewegung, Fenster und Auge und selbstverständlich das Messer und stechenDas Netz betrifft alle Entwurfsstufen und zieht sich in den Szenen um die Ermordung des weiblichen Opfers zusammen. 

Die metaphorische Verklammerung ist Teil einer indirekten Rede (Allegorie), die der Handlung einen tieferen Sinn gibt, der nicht offen ausgesprochen werden kann. "Auge" und "Fenster" sind Hinweise, sozuagen an das Publikum gerichtete Aufforderungen hinzusehen, "Messer" und "stechen" stehen in direktem Zusammenhang it dem Mordmotiv. Schlüsselsatz: "Marie: "Das KInd gibt mir einen Stich ins Herz". Zu beachten ist, das das wirkliche Messer, mit dem Woyzeck Marie ersticht, auch Teil der metaphorischen Verklammerung ist. Bemerkenswert ist noch, dass Herzogs Woyzeck-Film diesen Satz von Marie nicht enthält. (Übrigens auch nicht den Narren).

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Kommentare: 1
  • #1

    Delinda Boren (Samstag, 04 Februar 2017 22:57)


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