Woyzeck-Film

Werner Herzogs Woyzeck-Film ist misslungen

Werner Herzog hat das Woyzeck-Drama nicht verstanden. Sonst hätte er nicht den Narren in der Szene "Marie allein, blättert in der Bibel"  ausgespart und ihren Satz "das Kind gibt mir einen Stich ins Herz" gestrichen. (Entsorechend die Szene mit dem Idioten Kind und Woyzeck.) Darauf hin nimmt sich bei Büchner der Narr das Kind und sagt diese Märchenzitate. Die Aufschlüsselung: 

- Stimme aus dem Boden: "Stich die Zickwolfin tot".

- Woyzeck kauft ein Messer.

- Marie ruft verzweifelt: "Das Kind gibt mir einen Stich ins Herz".

- Der Narr sagt: Morgen hol ich der Königin ihr Kind".

- Der Narr sagt: "Blutwurst sagt: >komm Leberwurst<".

- Woyzeck (original: Louis) ersticht Marie (original Margreth Woyzeck).

- Woyzeck macht sein Testament.

- Woyzeck spricht von Mariae Verkündigung (bezieht sich auf den obigen Satz von Marie vom Kind, das ihr einen Stich ins Herz geben wird, damit ist selbstverständlich Woyzeck gemeint, die Szenen folgen direkt aufeinander).

- In der Szene: "Idiot, Kind, Woyzeck" bemüht sich Woyzeck, wie der Narr antizipiert hat, um seinen Sohn.

- Das Kind läuft mit der Narren weg (Er "holt der Königin ihr Kind". Blutwurst = Woyzeck, Leberwurst = Sohn Christian. Blutwurst und Leberwurst assoziiert zudem sozusagen geschwisterliche Verwandschaft.

Marie heißt übrigens nicht unbedingt "Zickwolf", Büchners Text spart tatsächlich ihren Familiennamen aus. Sie kann genauso gut, wie im ersten Handschriftenentwurf, Woyzeck heißen. Nur die Stimme aus dem Boden spricht von der "Zickwolfin", was infolgedessen eine Verzerrung sein kann, wie man sie auch aus Träumen bzw. dem Unbewussten kennt.