Fragment

Die Frage muss erlaubt sein, ob eine nachträgliche Bearbeitung der Woyzeck-Handschriften zu einer einheitlichen Fassung überhaupt legitim ist. Verschiedene Literaturwissenschaftler verneinen das, vor allem, um um den Mordkomplex herumzukommen, d.h. sie lassen nur die letzte Entwurfsstufe gelten. Freilich verlangt auch hier die Stimme aus dem Boden, die weibliche Hauptfigur totzustechen und in die kleinen Szene des Idioten mit dem Kind bestätigt die Antizipation des Narren und insofern praktisch auch die Hinrichtung Maries. 

Georg Büchner hat sich in Dantons Tod intensiv mit der Perspektive des Lebensendes auseinandergesetzt, den Georges Danton überdies zu einem Georg gemacht, d.h. ihn an sich herangeholt, wenn er sich nicht gar mit ihm identifiziert hat. Vielleicht repräsentieren die unvollendeten Handschriftenentwürfe etwas Authentisches, Uneindeutiges und vielleicht sollte man deswegen versuchen, sie in dieser Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit stehen zu lassen und auch entsprechend auf der Bühne realisieren.