In einem kollektiven Blackout idealisiert die Büchner-Gemeinde die psychische Dekompensation eines (vermeintlich nur) ökonomisch deprivierten Woyzeck und stützt sich dazu auf eine nirgends theoretisch begründete Verschränkung von Büchners Fragment mit den historischen Vorlagen. 

Dieses Vorgehen ist nicht nur wissenschaftlich prekär, sondern kommt tatsächlich der Herstellung eines völlig neuen Dramas gleich. Mit Büchner hat das nichts mehr zu tun.

Stattdessen hat eine kompetente Textanalyse zunächst von dem vorliegenden Material auszugehen, dessen Struktur zu begreifen und die Beziehungen der Handelnden offenzulegen. Dazu sind insbesondere die zeitgenössischen Stilmittel einzubeziehen, bevor man Büchners Modernität beschwört.